Einige Worte über Youtube

Bei Youtube handelt es sich um ein US-amerikanisch geführtes Unternehmen mit Sitz in San Bruno (CA). Die Plattform ging offiziell am 14. Februar 2005 in San Mateo (CA) an den Start. Gegründet wurde Youtube von Chad Hurley, Steve Chen und Jawed Karim. Das Unternehmen Google Inc. erwarb Youtube dann am 9. Oktober 2006 für umgerechnet über 1,3 Milliarden Euro.

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Aktuelle Statistiken,von Youtube zur Verfügung gestellt, zeigen, dass sich Monat für Monat mehr als 1 Milliarde Nutzer in das Netzwerk einloggen und sich dabei mehr als 6 Milliarden Stunden Videomaterial ansehen. Diese gewaltigen Mengen an Videomaterial stehen auf Youtube zur Verfügung, weil durch die einzelnen Nutzer und diversen Unternehmen mittlerweile mehr als 100 Stunden an Videomaterial je Minute auf Youtube hochgeladen werden. Wie groß der Bedarf an Servern ist, um diese Datenmengen für andere Nutzer bereitzustellen, könnte hier nur spekulativ beantwortet werden. Aktuell existieren keine mir bekannten exakteren Angaben.

Aus einer Plattform mit Anfangs überwiegend via Webcam erstellten Videos in damals üblicher Qualität, entwickelte sich ein Videodienst, der mittlerweile für die unterschiedlichsten Zielgruppen entsprechenden Content anbietet. Vom Nutzer der einfach nach Unterhaltung sucht, über ganz allgemeine Werbesport bis hin zu spezialisierten Hilfs-Videos, kann hier jeder nahezu exakt finden wonach er sucht.

Um es an zwei Beispielen aufzuzeigen:

Let´s Play” Videos, welche tendenziell durch gaming-affine Nutzer erstellt werden.

(Quelle: Gronkh)

“Let´s Play” Videos sind ein nicht zu unterschätzender Content z.B. für die Spiele-Industrie. Es handelt sich dabei oftmals um kostenfreien und wertvollen Inhalt, der von den entsprechenden Unternehmen zumindest bewertet und darüber hinaus auch in eigene Content Strategien implementiert werden könnte. Als Verantwortlicher muss ich hierbei selbstverständlich das Urheberrecht berücksichtigen. Es steht auch nirgendwo geschrieben, dass ich mit dem Ersteller des Videos keinen Kontakt aufnehmen darf – das ist immer ein guter erster Schritt. Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es in Deutschland Diskussionen zum rechtlichen Aspekt bei dieser Form von Videoinhalten. Selbst der Verdacht der Schleichwerbung konnte hier und dort vernommen werden. Als Ersteller von Youtube-Videos und als Unternehmen bin ich hier aufgefordert, insbesondere auch auf die gesetzlichen Grundlagen zu achten. Speziell, wenn über eine intensivere Zusammenarbeit nachgedacht wird oder es schon in den Bereich des Sponsorings übergeht.

“Werbung” oder auch “Branding”

(Quelle: Deutsche Bahn Konzern)

Selbstverständlich darf von Unternehmen auch Werbung zur Ansicht gestellt werden. Es spricht nichts dagegen, dass bereits produzierte Videos für die TV Werbung auch auf Youtube zur Verfügung gestellt werden. Dadurch können es andere Blogger und Webseiten ebenfalls aufgreifen und entsprechende Videos zu einem Produkt einbinden. Vielleicht ist es ja exakt Ihr Produkt, über das jemand aktuell positiv schreiben möchte. Man sollte dabei jedoch nicht vergessen, anzugeben, inwiefern mit dem Video überhaupt gearbeitet werden darf. Persönlich würde ich hier zu einer sogenannten CC-Lizenz anraten, die eindeutige Voraussetzungen schafft und sich schnell und einfach generieren lässt. Fragen zum Urheberrecht können direkt auf Youtube nachgelesen werden. 

Interessanter ist, dass sich auch längere Filme mittels Youtube schnell und günstig verbreiten lassen. Aus der Perspektive des Brand Managements ein wertvoller Aspekt. Das Beispiel des Deutschen Bahn Konzerns zeigt es wirklich gut. Es wäre wohl eher unvorstellbar, dass Filme mit solchen Längen in der klassischen TV Werbung laufen würden. Außerdem lassen sich in solchen Videos viele Hintergrundinformationen über ein bestimmtes Thema einbauen, die für Nutzer von Interesse sind.

Wer sich die Videos und die dazugehörigen Statistiken zu den Beispielen direkt auf Youtube angesehen hat, wird wahrscheinlich schnell festgestellt haben, dass die “Views” bei Gronkh wesentlich mehr sind, als bei dem Image-Film. Das ist einerseits die Popularität und andererseits auch die Verbreitung durch die Nutzer (“Viralität”) in andere Netzwerke, wie z.B. Facebook, Google+, Twitter etc. etc.

Über den Tellerrand schauen

Ein Netzwerk für sich allein kann unter Umständen nicht alle gewünschten Zielgruppen ansprechen. Möchte man unterschiedliche Zielgruppen und potenzielle Kunden erreichen, so muss man sich dort einbringen und bemerkbar machen, wo sich die Nutzer aufhalten und kommunizieren. Das sind Blogs, Foren und die sozialen Netzwerke. Was der Privatanwender vormacht, nämlich das Hochladen eines Videos und das Teilen mit seinen Freunden auf Facebook, ist für Unternehmen noch wichtiger.

Als Unternehmen gibt es die KPIs und es bestehen gewisse Erwartungshaltungen, die erfüllt werden müssen. Dazu ist es gegebenenfalls ratsam, Youtube als Content-Archiv mit eigenen  Videomaterial zu betrachten. Dieses Material ist mehr oder weniger “Open Source” und kann von anderen betrachtet und genutzt werden. Zu einem erstellten Video kann man eigene zusätzliche Artikel schreiben, in welchen die Videos eingebunden werden. Betreibt man eine eigene Webseite, werden diese Artikel dort veröffentlicht. Unternehmen könnten bei Ihren Bemühungen zum Employeer-Branding, Image-Filme wie es die Deutsche Bahn erstellte, eben auch z.B. bei Stellenausschreibungen auf Xing oder LinkedIn bereitstellen. Potenzielle Bewerber erhalten hier einen besseren Eindruck vom Unternehmen, wo sie sich bewerben möchten. Ein Video wirkt hier doch weitaus beeindruckender und gleichzeitig sympathischer als eine Textform, wie sie allgemein noch üblich ist.

Quellen:

https://www.youtube.com/

wikipedia.org

http://youtube-global.blogspot.de/

https://productforums.google.com