Die Artikelüberschrift ist die Frage, welche sich wahrscheinlich schon viele – zumindest auf privater Ebene – gestellt haben, wenn sie mit diesem Netzwerk in Berührung kamen. Wenn man jemanden mit dieser Frage konfrontiert, erhält man des Öfteren die Antwort, es sei zu unübersichtlich oder zu schnell. Ich stelle mir jedoch die Frage, ob dem wirklich so ist, oder ob man sich nur zu schnell abschrecken lässt?

Als ich Twitter am 09. Dezember 2012 für mich entdeckte – als der 98.473.573-igste Benutzer… also knapp am ´Early Adopter´ vorbeigeschliffen – habe ich an dem Tag höchstwahrscheinlich genauso gedacht wie viele andere auch: Was zur Hölle…  (Nur gedacht. Ausgesprochen klingt es eher: Es entspricht nicht meinen Erwartungen). Das zeigt sich auch daran, dass ich meinen ersten Tweet erst viel später in die Welt zwitscherte: nämlich am 14. April 2012.

Die lesen sich auch dementsprechend. Tut mir und euch einen Gefallen und scrollt auf meinem Account gar nicht erst soweit zurück. Ich lösche normalerweise grundsätzlich nichts, was ich mal in die Öffentlichkeit geschrieben habe. Man selbst muss nicht auf alles stolz sein, aber man sollte sich auch nicht verstecken. So etwas ist mir persönlich dann eher suspekt.

Die Nutzung dieses Netzwerks fing ich dann Anfang 2013 an. Anfangs noch mit einer gesunden Skepsis, diese legte sich aber, als ich begann, dort täglich reinzuschauen, mich im Zuge des Studiums mit Twitter zu beschäftigen und auch mehr Informationen dazu herauszufinden. Mit dem Anlegen von Listen war es mir möglich, den Informationsüberfluss soweit zu sortieren, so dass ich weniger das Gezwitscher auf der Hauptseite beachtete, sondern gezielt eine der Listen auswählte und somit das lesen konnte, was mich zum aktuellen Moment interessierte.

Ich möchte hier wirklich jedem den Tipp geben: Legt Euch Listen an. Wenn Ihr erst später auf diese Idee kommt und bereits vielen Accounts folgt, ist „Spaß“ eindeutig etwas anderes 😉 Das schreibe ich aus praktischer Erfahrung.

Welche Vorteile haben sich denn für mich ergeben, dass ich nun Twitter aktiv nutze?

Zum Einen lerne ich nahezu täglich viel Neues über Themen, die mich interessieren. Sei es auf privater Ebene oder im beruflichen Kontext. Ich muss hier einfach nur ein wenig durch die jeweilige Liste gehen und schauen, was die „Welt“ zwitschert. Selbstverständlich findet man nicht täglich etwas, was einem aktuell Beschäftigt oder welches man selbst auch anderen mitteilen könnte, weil die eigenen „Follower“ sich mit einem ähnlichen Thema beschäftigen (könnten). Hier ist es wirklich der Lerneffekt.

Auch zur Recherche benutze ich meine Listen. In dieser befinden sich die Experten aus dem Umfeld, in welchem ich selbst tätig bin. Es ist für mich persönlich spannend, zu erfahren, was andere so machen, und natürlich ist es auch eine Art Austausch von Erfahrungswerten.

Zuletzt, wenn auch der wichtigste Aspekt: Man lernt viele Menschen kennen und schätzen.