Pinterest ist meiner Meinung nach Erfolgreich, weil es für den Nutzer zwei grundlegende Funktionen bietet:

  • Einfache Bedienbarkeit („Usability“)
  • Optisch ansprechender Inhalt („Sehen & Verstehen“, danach Lesen)

Als ich mich mit Pinterest vertraut machte, fing ich persönlich erst einmal an zu versuchen, es beruflich einzubinden und mit einem kleinen Projekt zu verbinden, welches ich derzeit noch betreue. Und sogar schon zwei sogenannte „Follower“. Daraus resultiert bei mir mittlerweile eine persönliche Motivation „Pinterest“ auch für den privaten Gebrauch mehr und mehr einzusetzen. Nachdem ich mir aus dem Blog einige „Pinterviews“ ansah und durchlas, konnte ich insofern feststellen, dass die Nutzer es als Archiv benutzen.  Des Weiteren freuen sich die Benutzer, wenn ein öffentliches Bild „geliked“ wird und man unerwartet neue „Follower“ hat, welche die eingestellten Bilder und Artworks mögen und sich dafür interessieren. Die persönliche Motivation seinen Account und seine Ordner zu pflegen steigt damit an, was einem wiederum auch an Pinterest bindet.

Dabei steht nicht nur das Objekt als solches im Vordergrund. Dieses stellt vielmehr den Blickfänger dar. Wenn sich ein Nutzer für ein Bild interessiert, kann er diese anklicken und erhält oftmals weitere Informationen. Ein gutes Beispiel hierfür ist Bill Rose („Recapturist“) mit seinem Board, in welchem er zusätzlich historische Hintergründe mit seinen eingestellten Bildern verknüpft. Schon die Kommentare auf den Blog zu seinem Account und Werken lässt die Annahme zu, dass sich für seine Art der Fotografie viele Nutzer interessieren und auch einen Wiedererkennungswert finden, welcher sich dann auch auf die Örtlichkeit bezieht, in welcher ein Follower ansässig ist.

Aussagekräftig ist auch das Kommentar von Bill Stone:“

„I find group boards useful for sharing common interests with large quantities of people. 4,000 heads are sometimes better than two or three.“

Dieses Kommentar bringt es auf den Punkt und beschreibt, was einem Nutzer dazu veranlassen könnte seine Bilder auf Pinterest zu archivieren. Seine Hobbies und Interessen mit anderen zu teilen und diese am gemeinsamen Erfahrungsschatz teilhaben zu lassen und als´Belohnung´ noch mögliche „Follower“ und „Likes“ zu generieren.

Dieses scheint auch Joshua Davis mit folgender Aussage zu bestätigen:

„I also find it very valuable to how the community responds to your work. „With „activity“ I can see how „likes“, „repins“ and „comments“ gives the community a voice about what they respond to. This in turn surprises me, finding that people respond to work what that maybe I was too critical on myself with. It can be hard for me to judge the value of something as the creator of the content. People will LOVE things I just LIKE, and just LIKE things that I LOVED.“

 Zudem bietet Pinterest die Möglichkeit für Selbstständige und Privatpersonen die einen öffentlichen Blog oder öffentliche Seite betreiben die Möglichkeit die Reputation eben dieses Blogs/der Seite zu erhöhen, sowie selbstverständlich auch die Reputation der Person selbst. Damit kann Pinterest auch als eine Art Plattform für Empfehlungen der eigenen Person dienen und aus einem anfänglichen Hobby könnte ein Berufliches Engagement werden.

 Gute Beispiele dafür sind die „Pinterviews“ mit Gabe Li und Erin Hiemstra, welche Pinterest aktiv nutzen um die Meinung einer bestimmten Zielgruppe zu erhalten und um Ideen zu verbreiten und diese zu diskutieren und bewerten zu lassen um dann z.B. Konzepte zu entwickeln oder anzupassen.

 Aus der Perspektive eines Unternehmens ist Pinterest insbesondere für „Produkte mit ästhetischem Bezug“ (Mode, Fotografie etc.) Um einige Zahlen zu nennen

  • 80% der aktuellen Pinterest-Nutzer sind feminin
  • Bilder (sogenannte „Pins“) mit Preisauszeichnungen erhalten bis zu 36% mehr „Likes“.
  • Pinterest-Nutzer fanden zu ca. 69% ein Produkt, welches Sie kauften oder kaufen möchten. Im Vergleich dazu liegt Facebook bei ca. 40%.
  • 57% der Nutzer interagieren mit Inhalten in Bezug zu Lebensmitteln („Essen“)
  • 9% der Pinterest Nutzer haben an Promotion-Aktionen oder Wettbewerben teilgenommen.
  • Pinterest-Links zum Produkt konnten bis zu 70% mehr Einnahmen generieren, als Affliate-Links, welche von Non-Profit-Webseiten eingesetzt wurden.

Im speziellen haben Unternehmen mit einem hohen Bezug zu einer bildlichen Darstellung durch Pinterest eine Möglichkeit zur werbewirksamen Generierung von Inhalten. Die Möglichkeit einen Nutzer an die Marke, oder eines speziellen Produktes einzubinden, sind hier vielfältig. Auch die Anbindung an einen betreuten Facebook-Account des Unternehmens erlaubt es, mittels einer gezielten Marketingkampagne weitere Nutzer zu generieren und neue „Fans“ zu gewinnen.

Beispiel A:   Nordstrom

Bei „Nordstrom“ handelt es sich um eine US-amerikanische Kaufhaus- / Versandhauskette, welche auf Pinterest bereits ein erfolgreiches Board betreibt. Bereits am 12. März 2012 hatte Nordstrom 9,276 ´Follower´. Die aktuelle Statistik vom 24. Februar 2013 zeigt beachtliche 4,146,979 Follower und bereits 61 Boards der unterschiedlichsten Kategorien

Beispiel B: Whole Foods

 Ein weiteres Beispiel ist „Whole Foods“, welches am 12.03.2012 mit 12,808 Followern bereits eine respektable Reichweite erreichte. Nach aktuellen Stand vom 24.02.2013, sind es bereits 106,088 ´Follower´ welche sich für die aktuell 45 ´Boards´ interessieren.

Beispiel C:  Mashable

 Mashable ist ein hervorragendes Beispiel für eine Webseite welche sich weniger mit der Mode, oder dem Bezug zu Lebensmitteln beschäftigt. Vielmehr handelt es sich um eine Seite welche mit Neuigkeiten, Informationen und technischen Innovationen des WWW einen Dienst zur Verfügung stellt.

Aus der Beschreibung: „Mashable is the largest independent website dedicated to news, information and resources for the connected generation. We pin the latest technology, social media tips, gadgets for your home and more“

Auf Pinterest stellt Mashable mit 1,421,979 Fans und seinen 37 Boards ein sehr gutes Beispiel dar, wie man mit optisch sehr gut aufbereiteten Inhalten und intelligenten Einsatz von Bildern und Ordnern eine unterhaltsame Plattform betreiben kann, welche die Zielgruppe anspricht.