Snapchat ist seit Wochen eines der umschwärmtestes Medien im Content Marketing. Es vergeht kaum ein Tag, an welchem einem der Begriff nicht in den aktuellen Themen und Gesprächen begegnet. Oder man sieht auf den einzelnen Netzwerken entsprechende Profilbilder, welchem einen den dezenten Hinweis geben. Die Meinungen zu Snapchat gehen dabei durchaus auseinander und die jeweiligen Argumentationen sind ohne Zweifel nachvollziehbar.

Wer wirklich noch nichts von Snapchat mitbekam und nicht weiß, um was es sich dabei handelt, dem empfehle ich das nachfolgende Video:

 

Als Privatperson sollte man es sich aus Neugier wirklich installieren und mit der Anwendung rumspielen. Die ungewohnt (erfrischende) Bedienoberfläche und die Handhabung wecken durchaus den Entdecker in einem. Es wird vermutlich nicht wenigen auf Anhieb gefallen. Jedoch kann ich jedem nur dem Rat geben: Durchhalten, täglich reinschauen, weiter probieren! Ich selbst tat mich mit der Anwendung anfangs ebenso schwer und bin erst bei der vierten Installation warm geworden. Zwischendurch habe ich diese immer wieder probiert und dort gestöbert und abgewunken. Ich sperrte mich gegen den Hype und fand aufgrund der (noch) fehlenden Auswertungsmöglichkeiten, ebenso keine Argumente dieses an andere zu »verkaufen«. Mittlerweile bin ich zumindest als Zuschauer dabei und grundsätzlich begeistert. Selber Snappen kommt bei mir leider nur gelegentlich vor – ich bin dafür einfach nicht kreativ genug. Irgendwann muss man der Realität mal ins Auge sehen 😉

Snapchat im Allgemeinen

 

Mein Rat an alle Marketing Fachleute und Community Manager lautet daher:

  • Installiert Euch Snapchat.
  • Auch wenn es Euch absolut nicht anspricht und Ihr es (aktuell) nicht nutzt (nutzen könnt), folgt anderen Snapchattern und schaut Euch deren Snaps regelmäßig an.
  • Wenn Ihr privat absolut keine Motivation für Snapchat aufbringen könnt und Ihr arbeitet im Marketing oder dem Community Management, dann nennt sich dass Marktforschung 😉

Der wichtigste Aspekt um sich als Nutzer in einem Netzwerk »wohlzufühlen«, sind die Freunde. Wenn plötzlich alle Freunde anfangen, ein Netzwerk zu nutzen und sich in diesem miteinander auszutauschen, wird es »normal«. Es ist nun gefühlt »jeder« dort und wird zum Alltagsgegenstand. Dieses kennen wir alle mit Facebook, Twitter oder auch Whatsapp. Wer kennt die nachfolgende Diskussion denn nicht?

»Warum nutzt du kein Threema? Das ist doch viel sicherer?«

»Weil alle meine Freunde Whatsapp nutzen und kaum einer Threema«

Jetzt habe ich im Freundes- und Bekanntenkreis nicht zu viele aktive Snapchatter. Darum habe ich angefangen, zu folgen. Erst habe ich meine kompletten Twitter Follower und Follows nach einem Snapchat Profilfoto zu scannen. Danach tat ich das Gleiche in den von mir häufig gelesenen Facebook Gruppen. Damit hatte ich schon zumindest mal eine Basis an Nutzern, welche mich potenziell am ehesten mit interessanten Inhalten unterhalten können. Sofern diese denn auch aktive Snapper sind.

Zusätzlich habe ich mir mal die Seite von Snapgeist angesehen und mir die Liste für DE direkt mal anzeigen lassen. Und bin diesen dann allen gefolgt.

Snapchat für die Marke

 

Ich hadere damit, etwas an StartUps oder mittelständischen Unternehmen zu kommunizieren, wenn mir selbst keine, oder kaum, Möglichkeiten einfallen, einen ROI (Return-On-Invest) zu benennen. Man möge jetzt einwenden: Brand Image, Brand Reputation → Schlagwort: »Branding«

Branding kann funktionieren. Im speziellen kann es für die eigene Online Reputation zuträglich sein. Es kann auch eine Marke bekannter machen. Das Wort, welches hier zum Nachdenken anregen soll, lautet: Kann

Es ist für mich zum Teil nicht nachvollziehbar, wenn ich Nutzer sehe, die auf diesem Netzwerk witzige, unterhaltsame und privatere Inhalte mitteilen. Und wenn ich mir dann jene andere Netzwerke ansehe, denke ich mir, dass diese ja hübsch aufgeräumt sind und es dort seriöser wirkt. Ich vermute, ein Großteil der professionellen Nutzer wird sich die einschlägigen Tipps und Ratschläge zur Online Reputation zu Herzen genommen haben und die Netzwerke sind dann aufgeräumter und werden moderiert. Nicht jeder Beitrag auf welchem ich markiert werde, geht zum Beispiel meine Facebook Timeline. Xing und LinkedIn sind hier mal ausgenommen, da es sich berufliche Netzwerke handelt, wo die Pflege generell dazugehört.

Auf Snapchat erlebe ich dann Beiträge, in welchen Ihr natürlicher wirkt. Oder wirken wollt. Es wird sehr viel mit den verschiedenen Filtern gespielt. Spontan und unterhaltsam. Die stringente Eigendarstellung im »bestmöglichen Licht« fällt dort scheinbar weg – und das ist auch gut so. Trotz allem kann es hilfreich sein, sich an den Gepflogenheiten und Tipps anderer Netzwerke zu orientieren:

  • Eure Follower! – Wertschätzen!
  • Begrüßt neue Follower!
  •  Seid authentisch!
  • Snapt über interessante Themen und nutzt dazu das »Story« Feature!
  • Stellt in den Snaps Fragen an Eure Follower und regt zur Interaktion an!
  • Fragt doch Eure Follower, was diese vielleicht über Euch Wissen möchten? – Damit ergeben sich doch wieder Themen und Storys für Euch.

Ja – bindet Eure Follower ein. Lasst sie zum Thema werden oder Eure Themen beeinflussen. Mein aktueller Eindruck ist, dass viele es als One-Way-Kanal nutzen. Und dieses wird dann mit der Zeit uninteressant. Auch weil Euch die Themen ausgehen (werden) oder die erhoffte Reaktion Eurer Follower ausbleibt.

Die Gepflogenheiten und Basics zum sozialen Netzwerken sind bei Snapchat nicht anders, als wie Ihr es bereits kennt.

Für Unternehmen – egal welcher Größe – gelten die identischen »Spielregeln« um die Nutzer zu unterhalten. Hier sehe ich die größte Herausforderung zum aktuellen Zeitpunkt jedoch bei der Angabe eines Impressums. Im Grunde kann Snapchat in Deutschland, meines Erachtens, derzeit nicht gewerblich genutzt werden. Das manuelle Hinzufügen eines Links zum Impressum auf einem separaten Snap, kann mit Rücksichtnahme auf die 2-Klick-Regel, nicht ausreichend sein. Ich möchte zusätzlich noch einmal festhalten, dass dieses keine Rechtsberatung darstellt. Ich lege jedem Nutzer nah, sich hier mit einem Fachanwalt zu beraten um das Risiko abzuwägen und auf die Neuauflage vom E-Book »Snap Me If You Can« (von Philip Steuer) zu warten. In dieser wird Thomas Schwenke das Kapitel »Recht« verfassen.

Für Unternehmen und Einzelunternehmer*innen kann aktuell also eigentlich nur das Branding im primären Fokus auf Snapchat stehen. Werbender Inhalt und/oder »Branded Content« ist in Deutschland eigentlich derzeit nicht möglich. Sollte ich mich hier täuschen, schreibt es einfach in ein Kommentar. Ich korrigiere mich hier gerne.

Snapchat für Unternehmen

 

Für Unternehmen und Einzelunternehmer ist es jedoch zusätzlich zu beachten:

  • Erarbeitet Euch eine langfristige Strategie.
  • Was wollt Ihr Euren Nutzer mitteilen? Was wollen diese überhaupt über Euch Wissen?
  • Wie oft könnt oder wollt Ihr snappen?
  • Wer wird es umsetzen? Ressourcen?
  • Welches Ziel verfolgt Ihr damit? (Antwort ist ja gegeben: Branding, Image)
  • Welche Kennzahlen werden für die Erfolgsmessung herangezogen?
  • Wie und wo wollt Ihre Euren Fans mitteilen, dass Ihr nun auch auf Snapchat zu finden seid? Stichpunkt(e): Ankündigung / Seeding auf anderen Netzwerken.

Das sind nun nur einige Dinge die mir spontan einfielen. Es gibt für Unternehmen auch die Möglichkeit das ganze auf ein professionelles Niveau zu heben. Snaplytics.io aus Dänemark bietet die Möglichkeit exakterer Auswertungen an. Zudem können dort auch Snaps vorgeplant werden. Der Preis dort erfordert jedoch, dass man sich mit einer langfristigen Strategie und den Zielen zuvor intensiv auseinandergesetzt hat.

Und ich möchte es noch einmal betonen: Schaut Euch Snapchat genauer an. Selbst wenn es Euch nicht anspricht, oder Ihr es im Unternehmen nicht nutzt. Es handelt sich dabei größtenteils um Bewegtbilder, sprich Videos. Videocontent ist im Allgemeinen eine immer wichtigere Option im Online Marketing und wird auch zukünftig im Community Management und der Public Relation einen noch bedeutenderen Stellenwert einnehmen. Lernt von den Inhalten und wie man Videos aufbereiten könnte. Speziell kurz gehaltene Videos, die den Betrachter direkt abholen müssen. Findet auf Snapchat Eure Favoriten – folgt denen – lernt von deren Inhalten. Traut Euch auch selber mal zu snappen – egal welche Bedenken Ihr haben mögt. Testen und Probieren.

 

Nützliche Snapchat Links

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Hilfreiche Lektüre

Snap Me If You Can – Das Buch von Philip Steuer für alle, die Snapchat endlich verstehen wollen – kostenfrei!

 

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