Der Postillon, ein satirischer News-Blog, schaffte es mit einem einfachen Trick seine Leser hinters Licht zu führen. Dazu wurde einfach eine öffentlich zugängliche und medienwirksame Neuigkeit der bekannten Medienplattformen vom 02. Januar 2014 übernommen und als Meldung auf dem eigenen Blog publiziert.

Der Trick bestand nun aus einer einfachen Einstellung, nämlich dem vordatieren des Beitrages auf den 01. Januar, welches technisch durchaus Möglich ist. Des Weiteren, und dieses dürfte meiner Meinung nach einer der ausschlaggebenden Gründe für die „Häme“ einzelner Nutzer in den Kommentaren der etablierten Medien sein, wurde nachfolgender Satz hinzugefügt:

 „Update Donnerstag, 17:01 Uhr: Inzwischen berichten auch zahlreiche andere Medien.“ (Zitat vom Beitrag unter http://www.der-postillon.com/2014/01/ex-kanzleramtsminister-ronald-pofalla.html)

Einige Leser nahmen sich dieses Satzes an. Zusätzlich wurde auf der Facebook-Seite des Postillons der entsprechende Beitrag angekündigt. Dieses geschah ebenso am 02.Januar.

Postillion-Pofalla-Beitrag-Facebook.jpg

 

 

Dieses war dann der Start von einigen turbulenten und unterhaltsamen Stunden auf dem Twitter-Kanal des Postillons, sowie dem Lesen der Kommentare auf den Nachrichtenseiten, ebenso auf Facebook. Der Postillon garnierte dieses zudem mit weiteren Feedback-Beiträgen auf der eigenen Fanpage. Bei zum aktuellen Zeitpunkt insgesamt 2025 Shares und 11252 Likes allein auf Facebook, kann man nur erahnen wie sehr sich die Postillon-Redaktion gefreut haben wird.

Am besten drückt es wohl die Nutzerin „Sue Glanzner“ aus:

Kommentar-Sue-Glanzner-Facebook-Postillon.png

Diesem Lob kann man sich aus meiner Sicht nur anschließen. Wer es als Redaktion/Autor schafft so eine Aktion zu starten und im Netz für eine amüsante Furore zu sorgen, hat sich lobende Worte und Respekt mehr als verdient.

Es kamen aufgrund dieser Aktion auch Kritiken mit dem Stichwort „Medienkompetenz“. Ich kann mich diesem jedoch nicht grundsätzlich anschließen. Die Mehrzahl der Leser eines Artikels wird nicht unbedingt auf die Datumsangaben achten, sondern sich auf die oftmals hervorgehobene Headline und den nachfolgenden Text konzentrieren. Was in diesem Fall auch vollends zum Tragen kam. Ebenso dachte auch Ich in dem Moment nicht daran auf das Datum zu achten, sondern verfolgte die Diskussionen auf den verschiedenen Medienplattformen. Erst später las man in einem Kommentar den Hinweis zum „Datum“, welches es dann auflöste.

Bleibt letztendlich ein wenig Hoffnung dass nun auch die letzten Leser bemerken, dass es sich um eine besonders gute Aktion seitens des Postillons handelte und es sich noch einmal genauer ansehen. Erst gestern gab es noch Kommentare auf SPON die einen anderen Eindruck erwecken:

Spiegel-Online-Kommentare-Pofalla-Beitrag.jpg

Kurzes Fazit: Danke, Postillon, Danke für dieses Meisterstück und auch diese Lehrstunde zum Thema „Medienkompetenz“.

Update: Auch der Postillon hat heute einen Artikel eingestellt, welchen ich hier nur empfehlen kann. Dort kann man sich das Ganze gerne noch einmal betrachten.

Bild:

man reading newspaper by pexels.com