Insgesamt betrachtet erweckt Instagram den Eindruck als wenn es sich um Netzwerk für Selfies, Essen, Mode und (Urlaubs-)Landschaften handelt. Mit der Zeit entdecken jedoch auch mehr und mehr Unternehmen, dass Instagram als Teil der gesamten Content-Marketing- und Brand Awareness-Strategie durchaus seinen Mehrwert haben kann. Jedes Netzwerk hat seine für sich spezifischen Nutzer in welchem bestimmte Werkzeuge und Arten des Marketings funktionieren. In einer breit aufgestellten Strategie sollte im speziellen bei stark visuellen Inhalten darüber nachgedacht, getestet und analysiert werden ob Instagram – oder auch Pinterest – für Sie im Unternehmen als unterstützende Kanäle in Betracht gezogen werden können.

Wenn Sie nun darüber nachdenken erstmalig mit dem Netzwerk zu arbeiten und es zu testen, denken Sie von Anfang an SMART.

Ein kleines SMARTes Beispiel

S-pezifisch: Sie möchten einen Instagram-Account begleitend zu Ihrem Online-Shop „Fiktiv“ . Der Account soll die folgenden Ziele erfüllen:

  • Anzahl der Follower in X Wochen auf <1000
  • Erhöhen der Anzahl der Besucher (New Visitors) auf der Startseite des Shops „Fiktiv“
  • Pflege der neuen Community (Follower) durch Engagement (dadurch Sympathie-Aufbau -> Brand Awareness)

M-essbar: Die definierten Ziele müssen nachweisbar erfüllt werden.

  • Anzahl der Follower ist permanent ersichtlich und bedarf keiner besonderen Messmethode.
  • Ob ein Besucher Ihrer Webseite über den Kanal Instagram kam, können Sie in Ihrem Google Analytics – Account nachvollziehen, indem Sie den Google URL-Builder nutzen. Sollte Ihnen der dort erzeugte Link lang erscheinen, kann dieser über einen URL-shortener (z.B. Bitly) gekürzt werden. Besitzen Sie in Ihrem Unternehmen eigene Lösungen und Möglichkeiten zur Analyse und dem Erstellen benutzerdefinierter Links – umso besser.
  • Die Erfolgsmessung der Community-Pflege ist als „weicher Wert“ schwerer messbar. Beobachten Sie, ob die Community auf Ihre Beiträge reagiert. Stellen Sie in der Beschreibung zusätzlich Fragen zum eingestellten Inhalt bzw. Starten Sie Diskussionen. Vielleicht starten Sie zum Ende der ersten SMART-Kampagne eine Umfrage und fragen die Nutzer direkt ob diese zufrieden sind und was diese sich darüber hinaus vorstellen auf ihrem Instagram-Account zu sehen?

A-kzeptanz: Die Ziele müssen im Team und von den im Unternehmen beteiligten Abteilungen akzeptiert werden. Stellen Sie Ihre Idee vor und holen Sie die Stakeholder ins Boot.

R-realistisch: Die Ziele sollten realistisch sein und umsetzbar sein. Wenn Sie z.B. bereits auf Facebook eine Fanzahl <1.000.000 besitzen, scheinen 1000 Instagram-Follower in 12 Wochen als etwas zu Niedrig angesetzt und Sie könnten bei der Akzeptanz auf einige Widerstände treffen. Vergleichen Sie die Werte Ihrer Mittbewerber, wenn diese schon einen aktiven Instagram-Account haben. Stecken Sie die Ziele jedoch auch nicht zu hoch, da Sie in diesem Beispiel ein neues Netzwerk aufbauen und von 0 beginnen.

T-erminiert: Legen Sie ein Datum fest, an welchem Sie die Ziele überprüfen bzw. abgeschlossen haben wollen.

Bauen Sie Ihre Follower-Anzahl aus

Um Ihre bestehenden Fans und Kunden auf Ihren Instagram-Account aufmerksam zu machen, können Sie einen Hinweis auf Ihren bereits vorhandenen Netzwerken geben. Dieses ist oft der einfachste Weg um neue Follower zu gewinnen. Auch ein Hinweis auf Ihrer Webseite bis hin zum Einbau eines eigenen Widgets, oder der Aufnahme in Ihrem Newsroom ist ein probates Mittel. Da es sich in diesem Beispiel erst um den Ausbau eines Instagram-Accounts handelt, sollte die Aufnahme in einem etablierten Newsroom ggf. erst bei positiven Abschluss des Tests in Betracht gezogen werden. Später wieder etwas auf der Webseite „wegzunehmen“ ist nicht immer die ideale Lösung.

Darüber hinaus sind auf Instagram die Hashtags von essentieller Bedeutung. Die optimale Anzahl von Hashtags zur Steigerung der Interaktion beträgt 11. Sie können Hashtags im Originalbeitrag direkt zur Beschreibung hinzufügen, oder wenn es dann zu lang erscheint, diese auch nachträglich als Kommentar hinzufügen. Welche Hashtags dabei die meiste Aufmerksamkeit erzielen können Sie z.B. auf TagsforLikes oder Top-Hashtags vergleichen. Beachten Sie dabei, dass die Hashtags zu Ihren Inhalten passen.

Eine Infografik zum Thema Hashtags auf verschiedenen Netzwerken:

The Ultimate Guide to Hashtags
Courtesy of: Quick Sprout

Erstellen Sie auch eigene Hashtags für verschiedene Arten von Inhalten und Kampagnen zu Ihrem Unternehmen und Produkten. Eine strikte Organisation hilft dabei die Hashtags konsequent zu nutzen und langfristig mehr Nutzer auf Ihren Instagram-Account aufmerksam zu machen.

  • Seien Sie kein „Marktschreier“. Social Media ist nicht ausschließlich der Verkauf. Es handelt vom Ausbau Ihres Netzwerkes und der Sympathie. Ja, Sie werden Ihre Produkte dort fotogen einstellen und intelligent bewerben. Dieses muss jedoch nicht ausschließlich in jedem Ihrer Beiträge hervorstechen.
  • Bauen Sie eine Community auf indem Sie dort selbst auch aktiv agieren. Stehen Sie nicht über den Dingen, begeben Sie sich auf Augenhöhe. Ein Netzwerk lebt von seinem Miteinander.
  • Spezielle Angebote – 41% der Instagram-Nutzer mögen insbesondere spezielle Angebote und folgen einer Marke diesbezüglich. Unser Online-Shop „Fiktiv“ könnte zu bestimmten Produkten zeitlich limitierte Sales-Aktionen auf vereinzelte Produkte starten. Zum Beispiel: „ 10% Preisreduzierung auf das meist-angesehene Produkt in unserem Shop aus der vergangenen Woche. Nur jetzt für die nächsten 24 Stunden! <Link>“

3 Statistiken über die Gründe des Folgens aus Nutzerperspektive

  • Mögen die Marke: 61%
  • Suchen nach neuen Dingen/Themen: 54%
  • Finden den Inhalt interessant/witzig: 48%

Oder richten Sie zum Beispiel einen Wettbewerb aus

Einen Wettbewerb auszurichten, kann Ihre Follower-Anzahl ebenso erhöhen.

Zwei Beispiele für Wettbewerbe auf Instagram:

  • Goodyear mit #myfeelgoodplace

Instagram-Goodyear-Wettbewerb

Rauch Eistee mit #eisteeffekt

Instagram-Rauch-Eistee-Wettbewerb

 

Die Agentur „The Movement Strategy“ konnte Ihren Umsatz laut eigenen Angaben, auch unter Zuhilfenahme von Instagram und einer Kampagne, um 60% steigern.

„Die Kampagne , #InstaRunway benannt, sammelte 8.000 Fotos und 5 Millionen Instagram-Likes und zeigte auf verständliche Art und Weise warum MTV, USA Today und LAN Airlines uns von Movement ihre Social Media Projekte anvertrauen. Wir haben Prozesse und Software speziell für Social Media entwickelt und wir sind überzeugt, dass unsere Kreativität uns auszeichnet.“, erläutert Mitgründer Jason Mitchell. (Hinweis: Frei aus dem Englischen übersetzt)

Einen kleinen Eindruck erhalten Sie hier:


Zusätzliche Tipps

Markieren Sie Ihre Bilder mit einem kleinen Hinweis zu Ihrer Marke. Es muss nicht groß und prägnant quer über das Foto gezogen werden. Es reicht schon ein kleiner, dezenter Hinweis in einer der Ecken damit sich die Nutzer mit der Zeit an Ihren Namen erinnern. Zudem soll der Hinweis nicht den eigentlichen Inhalt „stören“.

Wann soll ich einen Beitrag einstellen? Diese Frage wird auf jedem Netzwerk gestellt und hinlänglich diskutiert und analysiert. Ein sehr hilfreiches Werkzeug um ein Gespür für den best-möglichen Beitragszeitpunkt zu erhalten bietet meines Erachtens derzeit  Iconoaquare(http://iconosquare.com) (ehemals Statigram) an. Die Verknüpfung ihres Instagram-Accounts mit Iconosquare erlaubt darüber hinaus weitere nette Komfort-Möglichkeiten, wie z.B. ein „Gefällt mir“ oder Kommentieren. Basierend auf ihren Aktivitäten der letzten 90 Tage können Sie dort unter „Statistics“ und „Optimization“ einen Annäherungswert des Posting-Zeitpunktes erkennen.

Wie dieses aussehen kann, erkennen Sie am nachfolgenden Beispiel:

Instagram-Iconosquare-Posting-Zeitpunkt

 

Weitere empfohlene Quellen

Empfohlene Twitter-Accounts